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Leipziger Volkszeitung
Ausgabe Delitzsch vom 12. Dezember 2002

Wertvolles Holzrelief wird restauriert

Ostdeutsche Sparkassenstiftung fördert die Arbeiten/ Museumsexponat wird auch zur Landesausstellung präsentiert

Torgau. Eines der ältesten Sammlungsstücke im Bestand des Torgauer Museums kann jetzt restauriert werden: ein wertvolles Holzrelief mit der Darstellung der Heiligen Drei Könige aus der Zeit um 1480. Die Mittel für seine Restaurierung stammen von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Renate Westendorf, Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Torgau-Oschatz, übergab die entsprechende Förderzugabe im Auftrag der Stiftung an Dr. Jürgen Herzog, den Vorstandsvorsitzenden des Torgauer Geschichtsvereins.

Wichtiges Ausstellungsstück

Das Relief wird nach der Restaurierung zu den Glanzstücken des vom Verein betriebenen stadt- und kulturgeschichtlichen Museums im Kanzleihaus in der Wintergrüne gehören. Zuvor jedoch wird es als wichtiges Ausstellungsstück zur 2. Sächsischen Landesausstellung 2004 in Torgau präsentiert. „Das Relief ist ein Glücksfall für die Landesausstellung“, erklärte Dr. Eckehard Kluth vom Dresdener Ausstellungssekretariat. „Wir werden es in der Eröffungssequenz der Ausstellung plazieren, in der die Situation in Sachsen und Torgau um 1500, also in vorreformatorischer Zeit, verdeutlicht werden soll.“ Das Holzelief war wahrscheinlich Teil eines großen, äußerst prachtvollen Flügelaltars in der Alltagskirche. 1871 hatte es der Torgauer Altertumsverein, der Vorgänger des Geschichtsvereins, für seine Sammlung sächsischer Altertümer erworben, sprich: auf dem Kirchenboden geborgen, erläuterte Dr. Jürgen Herzog. Dr. Eckehard Kluth machte die Bedeutung des Ausstellungsstückes deutlich: „Das Relief ist ein wunderbares Zeugnis für die Geschichte und für die Rolle der Region, für ihre kulturelle Potenz und den künstlerischen Anspruch, wie sie um 1500 in der Residenzstadt Torgau herrschten.“ Dafür spräche auch die „professionelle“ Gestaltung sowie das verwendete wertvolle Material mit umfangreichen Vergoldungen. Es werde vermutet, dass das Relief unter den Händen eines Ulmer Bildhauers entstanden sei, der in Torgau und der näheren Region gearbeitet habe, denn das Relief weise Stilzüge der Ulmer Schnitzkunst um 1500 auf. Hier ergäben sich Ansätze für weitere Forschungen, die über die unmittelbare Vorbereitung der Landesausstellung hinausreichen.

Umfangreiche Restaurierung

Für das nächste Vierteljahr wird das wertvolle Holzrelief nun jedoch zunächst in die Hände von Restaurator Jörg Kestel gelegt. Er wird dabei unter anderen das relativ gut erhaltene Schnitzwerk säubern und lockere Teile sichern. Anhand von Farbproben soll dann weitestgehend die originale Fassung wiederhergestellt werden, erläuterte er gestern an dem wertvollen Original im Kanzleihaus.

Petra Melzig

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