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Sächsische Zeitung vom 25.06.2003
Schloss Hartenfels ist fit für die Landesausstellung
Bauarbeiten in Torgau eher als geplant beendet/ Großer wendelstein gilt als ein Höhepunkt deutscher Baukunst/ Kein Geld für die Fassade
Von Ulf Mallek
Fast ein Jahr eher als nötig sind die Bauarbeiten auf Schloss Hartenfels in Torgau abgeschlossen. Der ehemalige Sitz der sächsischen Kurfürsten und heutige der Torgau-Oschatzer Landräte wurde für insgesamt 16,3 Millionen Euro saniert. Damit ist das Renaissance-Schloss jetzt schon fit für die 2. Sächsische Landesausstellung vom 24. Mai bis 10. Oktober nächsten Jahres.
Der Schlosskomplex mit dem granitgepflasterten Hof, dem neuen Lapidarium und den drei Etagen für die Landesausstellung ist ein Prachtbau geworden, sagte Projektleiterin Gisela Raumschüssel. Zu den Höhepunkten deutscher Sandstein-Baukunst zählt vor allem der fast 500 Jahre alte Wendelstein. Er gilt als größter Europas und war 20 Jahre lang einsturzgefährdet. Jede einzelne Stufe wurde abgebaut und in einer Fachwerkstatt in Ottendorf-Okrilla sorgfältig erneuert. Leider reichte am Ende das Geld nicht. Der Stein wird seine blau-goldenen Originalfarben vermutlich nie wieder sehen. Zudem sind die Risse in der Außenhaut nicht repariert worden. Nach einigen Restarbeiten wird der Große Wendelstein demnächst wieder geöffnet.
Die Bären dürfen in ihrem Graben bleiben
Was einige Besucher stören dürfte: Das 1000-jährige Schloss strahlt nur im Innenhof in schönem neuen Glanz. Die Außenmauern sehen so aus wie vor dem Beginn der Renovierung 1992. Nach Schätzungen der Bauleitung würden für die restlichen Arbeiten zusätzlich 2,5 bis drei Millionen Euro benötigt. Die Sanierung des fünften Schlossflügels E, der jetzt leer steht, könnte noch einmal vier Millionen kosten. Diese Mittel sind nicht da. Trotz der chronischen Kassenleere: Die vier Torgauer Bären dürfen in ihrem Graben an der Schlossbrücke bleiben. Sie sind eine Attraktion für die Besucher. Das Landratsamt stellte dafür zwei Pflegerinnen ein. Noch offen ist, was mit den Schlossräumen nach der Landesausstellung passiert. Die dritte Etage im Schloss wird zum Theater- und Konferenzsaal. Die beiden unteren Stockwerke, so hoffen Landratsamt und Rathaus gleichermaßen, sollten von den Dresdener Staatlichen Kunstsammlungen übernommen werden. Die haben so viele Kostbarkeiten im Depot, sagte Torgaus Kulturchef Michael Reiniger, die reichen noch für einige Ausstellungen bei uns.
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